Unser Herz schlägt für den Naturschutz

Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen steht ganz vorne auf unserer grünen Agenda. Trotz mancher Erfolge im Naturschutz, wie der Rückkehr des Wolfes und der Wiederansiedlung des Luchses in Niedersachsen, werden die „Roten Listen“ der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten und Lebensräume länger. Dramatisch ist dieser Verlust vor allem bei den Insekten, wo in nur wenigen Jahren über alle Arten hinweg die Bestände um rund 50 Prozent zusammengebrochen sind. Unser Ziel ist es, die Vielfalt der Arten und Lebensräume in Niedersachsen zu erhalten und zu schützen. Dafür brauchen wir eine nachhaltige Wirtschaftsweise, die die Naturresourcen nicht übernutzt.

Niedersachsen nimmt den Naturschutz ernst

Wir haben viel erreicht für Niedersachsen:
  • die Ausweisung und Sicherung der europäischen Schutzgebiete im Schutzgebietsnetz Natura 2000 bis 2018 wurde verbindlich geregelt und die Ökologischen Stationen zur Betreuung der Schutzgebiete gestärkt
  • die Agrarumweltprogramme zur Förderung einer naturverträglichen Landwirtschaft wurden massiv ausgeweitet
  • 10 Prozent des Waldes im Landesbesitz sollen ungenutzt bleiben und sich völlig natürlich entwickeln können
  • ein Biotopverbundsystem wurde im Niedersächsischen Landesraumordnungsprogramm verankert
  • mit der laufenden Novelle des Niedersächsischen Wassergesetzes werden an allen Bächen und Flüssen grundsätzlich mindestens fünf Meter breite Randstreifen festgesetzt
  • wir haben eine deutliche Reduzierung der Salzeinleitung aus dem hessisch-thüringischen Kalirevier gemeinsam mit den anderen Weseranrainerländern auf den Weg gebracht
  • wir haben eine umfassende Niedersächsische Naturschutzstrategie vorgelegt und die Neuauflage des Niedersächsischen Landschaftsprogramms begonnen
  • gemeinsam mit dem Naturschutzbund haben wir das Projekt Fishing for Litter zur Reduzierung des Plastikmülls im Meer initiiert

Eigentlich ganz einfach: Mehr grün gibt’s nur mit grün!

Es gibt noch viel zu tun:
  • auf 15 Prozent der Landesfläche wollen wir ein Biotopverbundsystem schaffen. Dabei sollen unsere Nationalparks, Naturschutzgebiete und Naturwaldbereiche als zentrale Elemente des Biotopverbundes durch Gewässerrandstreifen, Wegeseitenränder, Hecken und andere Saumstrukturen vernetzt werden
  • im Solling und im Süntel wollen wir zwei große Wald-Wildnisgebiete mit jeweils mehr als 1.000 Hektar Größe schaffen
  • im Drömling, einem früheren Sumpfgebiet im Grenzbereich Niedersachsen und Sachsen-Anhalt wollen wir gemeinsam mit unserem Nachbar-Bundesland ein Biosphärenreservat schaffen
  • mit dem bereits begonnenen Programm Niedersächsische Moorlandschaften wichtige noch halbwegs naturnahe Moorbereiche schützen und weiterentwickeln
  • den gesamten Wald im Landeseigentum wollen wir nach dem FSC-Standard zertifizieren und das Programm zur langfristigen ökologischen Waldentwicklung weiterentwickeln
  • den mit wachsenden Wolfsbeständen in Niedersachsen zunehmenden Konflikten durch eine Stärkung präventiver Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren und bessere Unterstützung für die Tierhalter*innen begegnen
  • die wichtige Arbeit der Umweltverbände für den Schutz von Natur und Umwelt wollen wir weiter stärken

 

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1 Kommentar

  1. Claus Kanke

    Ich habe folgende konkrete Ergänzungsvorschläge:

    Punkt 1, Naturschutz in der Kommune:
    Als Kommunalo muss ich immer wieder feststellen, dass Kompensationsmaßnahmen, wenn sie erst mal beschlossen und umgesetzt sind, aus dem Focus der Verantwortlichen verschwinden – aus den Augen, aus dem Sinn. Das ist tragisch, denn die Eingriffsregelung verschafft uns Flächen die dem Naturschutz dienen sollen.
    Die Vollzugsdefizite bei der nachhaltigen(!) Umsetzung dieser verbindlichen Maßnahmen sind ja weitgehend bekannt, aber auch das reicht scheinbar nicht für einen Strategiewechsel.
    Wir müssen uns dafür einsetzen, dass die Kommunen für Ihre eigenen Planungen verbindlich ein Kompensationskataster führen müssen – die Landkreise tun es nämlich nicht. (Auf Kreisebene müssen nur KompFlächen für die eigenen Genehmigungsverfahren geführt werden, und auch da gibt es in ganz Niedersachsen erhebliche Defizite.)
    Die Pflicht muss also gesetzgeberisch oder über Verwaltungsvorschriften verankert werden.

    Punkt 2, Flurbereinigung und Naturschutz
    Zur Zeit laufen vielerorts Gespräche zum Thema ‚Blühstreifen‘ (auch als Kompensationsflächen).
    Die Idee ist gut, weil nicht um erhebliche Flächenanteile (Wegeränder in der Feldflur) in kommunalen Besitz sind, die im Laufe der Jahre Überflüge wurden. Diese Flächen kommen für Blühstreifen in Frage, ob mit oder ohne Kompensationspotential auf jeden Fall ein Gewinn.
    Konterkariert wird dies ggf. durch die Effekte von Flurneuordnungsverfahren, die dieses kommunale Streifenmosaik aus der freien Landschaft zu Pools zusammenfassen und somit den letzten öffentlichen Zugriff auf Wegeränder im ländlichen Raum unterbinden.
    Das muss dringend und grundsätzlich gestoppt werden! Ohne diese kommunalen Flächen wird es wesentlich weniger Vernetzungsmöglichkeiten geben.

    Claus Kanke
    OV Bissendorf, KV Osnabrück-Land

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