Für eine gute Schule in Niedersachsen

Wir Grüne stehen für eine Bildungspolitik, bei der das Kind mit seinen Interessen und Fähigkeiten im Zentrum steht. Die Schaffung gleicher Chancen für alle Kinder und der Abbau von Schulstress sind deshalb die Grundlage unserer Schulpolitik. Wir wollen eine inklusive Schule für alle Kinder. Das bedeutet: längeres gemeinsames Lernen und eine erhöhte Durchlässigkeit.

Eine Schule fürs Leben: Lernen im eigenen Tempo

Wir haben die Schulen besser gemacht, indem wir:
  • das schwarz-gelbe Turboabitur abgeschafft haben. In Niedersachsen können Schülerinnen und Schüler wieder Abitur nach 13 Jahren machen
  • so viel Geld in unsere Schulen investiert haben, wie keine Landesregierung zuvor. Dazu gehört unter anderem ein 260 Millionen Euro Programm zum Ausbau der Ganztagsschulen. Bis 2018 werden 70 Prozent aller niedersächsischen Schulen Ganztagsschulen sein
  • die Ganztagsschulen deutlich besser ausgestattet haben. Die Ganztagsschule light der schwarz-gelben Vorgängerregierung gehört der Vergangenheit an
  • ein Rahmenkonzept für inklusive Schulen und Regionalzentren für Schulische Inklusion auf den Weg gebracht.
  • mit dem niedersächsischen Schulobstprogramm ein kostenloses Angebot an frischem Obst und Gemüse für die niedersächsischen Grund- und Förderschulen auf den Weg gebracht haben

Mehr Qualität in der Schule: nur mit grün

Grüne Schulpolitik steht darüber hinaus für
  • einen gesamtgesellschaftlichen Schulfrieden. Schulen brauchen Verlässlichkeit, damit bildungspolitische Weichenstellungen ihre Wirkung entfalten können. Dafür fordern wir einen gesellschaftlichen Beirat des Kultusministeriums aus Lehrer-, Eltern- und Schülerverbänden, der Reformen mit zwei-Drittel-Mehrheit unterstützen muss, bevor sie umgesetzt werden.
  • längeres gemeinsames Lernen, um Kindern die Bildungswege länger offen zu halten und unterschiedliche Schulformen durchlässiger zu machen. Dafür wollen wir Primarstufen an Integrierten Gesamtschulen modellhaft einführen. Durch Schulverbünde zwischen Grundschulen und Integrierten Gesamtschulen wollen wir gute Bildungsübergänge schaffen. Außerdem wollen wir das jahrgangsbezogene Lernen über die Schulformen hinweg ausbauen.
  • die Möglichkeit jahrgangsübergreifenden Unterrichts in allen Jahrgangsstufen
  • die Möglichkeit, auch an weiterführenden Schulen Lernberichte statt Ziffernnoten zu vergeben
  • eine kostenlose Teilhabe an staatlicher Bildung, denn Bildung darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen. Dazu gehört die Lernmittelfreiheit genauso, wie der grundsätzliche Anspruch auf eine kostenlose Schülerbeförderung
  • eine Reform der Lehrerausbildung und eine Qualifizierungsoffensive für guten Unterricht, um Lehrkräfte besser auf die Herausforderungen einer inklusiven Pädagogik vorzubereiten
  • eine Schule, die die gesellschaftliche Vielfalt abbildet: Angebote zur Förderung der Mehrsprachigkeit, bessere Sprachförderung sowie stärkere Berücksichtigung der sexuellen Vielfalt
  • Programme zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit insbesondere für Jugendliche, die die Schule abgebrochen oder ohne Abschluss verlassen haben.

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4 Kommentare

  1. Willi Büter

    Um das Problem des Schulleitermangels zu beseitigen und Fehlbesetzungen von Schulleitern zu verhindern, schlage ich vor, Schulleiter auf Zeit zu bestimmen. Z.B. für 5 Jahre. In dieser Zeit erhalten die Schulleiter für ihre zusätzliche Aufgaben eine Extra-Vergütung.
    So haben Schulleiter die Möglichkeit, sich auf Zeit zu bewähren, Aufgaben wieder zurückgeben zu können, falls z. B. eine Überforderung bzw. persönliche Belange vorliegen. Natürlich können sie sich für eine neue Amtszeit wieder bewerben, wobei das Votum eines Kollegiums mehr Gewicht haben sollte. Insgesamt sollte ein Lehrerkollegium bei der Besetzung einer Schulleiterstelle mehr einbezogen werden.
    Dieses Konzept wird in Polen angewandt. Meine 25 jährigen Erfahrungen (im Rahmen von Gesprächen mit polnischen Lehrerkollegen während eines Schüleraustausches) bestärken meine Vorstellungen.
    Willi Büter

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  2. Daniela Saalfeld

    Wir wollen mehr Qualität in den Schulen – das finde ich gut und auch die angestrebten Maßnahmen. Die Inklusion und da auch unsere geflüchteten Kinder brauchen das. Aber mir fehlt ein wenig der Blick auf die Ressourcen der Lehrkräfte. Mehr Qualität bedeutet irgendwann auch mehr Zeit, um das Mehr zu tun, was wir wollen. Ich würde mir da mal ein klares Bekenntnis wünschen. Vielleicht haben dann auch wieder mehr Leute Lust, eine Schule zu leiten…

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  3. Valentin Büchi

    Gerade in Zeiten der wachsenden politischen und religiösen Radikalisierung auch unter Jugendlichen ist politische Bildung besonders wichtig. Deshalb sollten wir für einen verpflichtenden Politik-/Gesellschaftsunterricht bereits ab der 5. Klasse eintreten. Kinder und Jugendliche interessieren sich schon vor der 8. Klasse für politische/gesellschaftliche/soziale Themen. Werden diese nicht in der Schule aufgegriffen, geraten die Kinder und Jugendlichen möglicherweise in die Hände von Hasspredigern oder übernehmen Stereotype und Feindbilder aus dem Elternhaus. Dem sollte mit einem Politik-/Gesellschaftsunterricht ab der 5. Klasse, der vor allem die Argumentationsfähigkeit (z.B. britisches Vorbild des Debattenlernens), Empathie, Respekt für andere Positionen und Fähigkeit, sich richtig zu informieren schult, Rechnung getragen werden, bei dem auch die Schüler*innen an der Bestimmung von Themen (nicht an der Lebenswirklichkeit vorbei nur von den Lehrern vorgegeben) teilnehmen können. Es geht nicht um Institutionenwissen, auf das Politikunterricht in der Regel heute beschränkt ist, sondern Schulung des selbstständigen Denkens, Hinterfragens und der Demokratiefähigkeit. G9 und die verstärkte Verbreitung des Ganztages schaffen hierfür auch die zeitlichen Kapazitäten. Die finanziellen Mehrbelastungen würden sich bei solcher Präventionsarbeit langfristig auszahlen.

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  4. Andreas Hotopp

    Als erstes möchte ich den obigen Beiträgen zustimmen – eine stärkere Betonung des Politikunterrichts sowie eine Demokratisierung des Schulsystems u.a. bei der Besetzung von Schulleiterstellen kann ich nur befürworten.

    Mir geht es hier aber auch um ein anderes Thema: die Struktur der Schulferien.
    Als Familie mit 3 Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter wissen wir, daß der Zeitraum wischen den Weihnachtsferien und den nächsten längeren Ferien zu Ostern sehr lang werden kann, zumal in der dunklen Jahreszeit erfahrungsgemäß oft Krankheiten kursieren, die Teile der Familie regelmässig flachlegen. Da ist dann im Februar/März auch schon mal „die Luft raus“. In vielen anderen Bundesländern gibt es Ferien zwischen 1 und 2 Wochen im Februar oder März, damit sich die Kinder und auch die Eltern mal zwischendurch etwas erholen können – in Niedersachsen nicht. In unserem Bekanntenkreis sind aber viele ähnliche Familien, die sich so etwas auch für unser Bundesland wünschen und dafür auch gerne etwas von den Sommerferien abgeben würden, da bei denen wiederum bei zwei berufstätigen Eltern die Frage nach der Betreuung der Kinder in den sehr langen Ferien problematisch werden kann. Mein Vorschlag lautet also: 1 – 2 Wochen Schulferien im Februar/März und dafür „nur“ noch 4-5 Wochen im Sommer.

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