Mehr Tierschutz in Niedersachsen

Tierschutz als Staatsziel ist seit 2002 im Grundgesetz verankert. Auch in der Niedersächsischen Verfassung heißt es im Artikel 6b: „Tiere werden als Lebewesen geachtet und geschützt“. Die Realität hält diesem Ziel jedoch gerade im Bereich der Nutztierhaltung vielfach nicht stand: Einem Mastschwein mit einem Gewicht von 110 Kilogramm werden gerade mal 0,75 Quadratmeter Platz auf einem Spaltenboden zugestanden. In der Masthühnerhaltung leben bis zu 26 Tiere auf einem Quadratmeter. Wir Grüne stehen für eine tiergerechte Haltung von Nutztieren sowie unserer Haustiere.

Mehr Tierwohl in der Nutztierhaltung

Dafür haben wir:
  • die jahrzehntelange Praxis des Schnabelkürzens bei Legehennen zur Verhinderung gegenseitiger Verletzungen Ende 2016 beendet
  • dafür gesorgt, dass auch in der Entenhaltung auf das für die Tiere sehr schmerzhafte Schnabelkürzen verzichtet wird und den zusätzlich eine Bademöglichkeit angeboten werden muss
  • eine so genannte Ringelschwanzprämie für Mastschweine mit unversehrten Schwänzen eingeführt. Damit wird die Beendigung der bisherigen Praxis gefördert, Schweine zur Vermeidung von haltungsbedingtem Kannibalismus mindestens ein Drittel ihres Schwanzes abzuschneiden
  • die Bewilligung öffentlicher Mittel zur Förderung von Stallbauten an besondere, über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehende Tierschutzbedingungen gekoppelt
  • das Schlachten hochträchtiger Kühe verboten
  • eine Tierschutzbeauftragte im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium eingesetzt
  • eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Ahndung von Verstößen gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen eingesetzt
  • Tierschutzverbänden soll die Möglichkeit der Verbandsklage eingeräumt werden.

Mehr Tierschutz vom Stall bis ins Wohnzimmer

Wir wollen darüber hinaus
  • den in der Legehennen- und Entenhaltung bereits vollzogenen Ausstieg aus der Praxis des Schnabelkürzens auch in der Putenhaltung durchsetzen
  • die bisherige Praxis, die Brüder unserer Legehennen unmittelbar nach der Geburt zu töten, verbieten.
    Vollständig auf die Kastration männlicher Ferkel verzichten
  • ein obligatorisches Prüf- und Zulassungsverfahren für Stalleinrichtungen etablieren
  • die Tierschutzkontrollen auf den Schlachthöfen verbessern
  • zur Vermeidung von Katzenelend die Kommunen in die Lage versetzen, kommunale Kastrationssatzungen zu erlassen und die Kastration von Katzen fördern
  • die Forschungsförderung für tierversuchsfreie Forschung erhöhen
  • die zunächst nur als so genannte Feststellungsklage mögliche Verbandsklage von Tierschutzverbänden zu umfassenden Klagemöglichkeiten erweitern
  • ein Verbot der Haltung von Wildtieren in Zirkusbetrieben durchsetzen
  • ein Förderprogramm zur baulichen Sanierung von Tierheimen auflegen.

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2 Kommentare

  1. Heike D.

    Mir liegt der Tierschutz sehr am Herzen und alle o. g. Themen sind sehr wichtig und gut. Ich würde mich freuen wenn folgende Themen auf der „grünen Agenda für Niedersachsen“ noch stärker in den Fokus rücken: Tierschutz für Stadttauben, bessere Ausbildung für Amtsveterinäre, striktes Verbot für neue Mastanlagen und die bestehenden Mastanlagen besser kontrollieren, bei Verstößen handeln, nicht wegschauen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen (hohe Strafen), Milchviehhaltung für Mütter und deren Kälber stark verbessern. Vielen Dank.

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  2. Annette Kusak

    Ich möchte gerne anregen das wir mit aufnehmen, keine Kastenstände mehr für Sauen. Das Problem ist lange bekannt, die Qual ist groß. Es ist an der Zeit zu handeln.
    Auch wäre es wünschenswert das Tierhalter denen grobe Tierschutzverletzungen nachgewiesen sind, in kurzem Abstand unangemeldet wieder zu kontrollieren, bei erneutem Verstoß Tierhaltung verbieten. LG Annette Kusak KV Holzminden

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