Für eine nachhaltige Landwirtschaft

Die Landwirtschaft prägt unser Land: Rund zwei Drittel der Fläche Niedersachsens wird landwirtschaftlich genutzt. Die fortlaufende Intensivierung der Landwirtschaft hat unter anderem dazu geführt, dass unser Wasser stark belastet ist, viele Tier- und Pflanzenarten selten geworden sind. Tiergerechte Haltung fällt durch die Intensivierung der Tierhaltung und auf Höchstleistung gezüchtete Nutztiere vielfach hinten runter. Verlierer*innen dieser Entwicklung von immer mehr Masse statt Klasse sind nicht zuletzt auch unsere Bäuerinnen und Bauern: Viele können von ihrer harten Arbeit nicht mehr leben und müssen aufgeben. Wir Grüne treten für eine Agrarwende ein: Unser Ziel ist eine bäuerliche Landwirtschaft, die die Bevölkerung mit gesunden Nahrungsmitteln versorgt, die Arten- und Landschaftsvielfalt erhält, die die natürlichen Ressourcen nachhaltig nutzt und Tiere tiergerecht hält.

Die Agrarwende ist eingeleitet

Wir Grüne haben für Niedersachsen erreicht:
  • auf massiven Druck Niedersachsens hin ist es gelungen, die baurechtliche Privilegierung großer gewerblicher Stallbauvorhaben abzuschaffen. Diese können nur noch gebaut werden, wenn die Kommunen dem zustimmen. Unter anderem dadurch ist es gelungen, den bis 2012 herrschenden Bauboom  bei Massentierställen in Niedersachsen weitgehend zu stoppen
  • große Schweineställe müssen zur Reduzierung der Ammoniak- und Staubbelastung der Umgebung mit Filteranlagen ausgestattet werden
  • der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung konnte durch Beratung und strenge Kontrollen binnen drei Jahren um die Hälfte reduziert werden
  • die Agrarumweltprogramme zur Förderung naturverträglicher Wirtschaftsweisen haben wir deutlich ausgeweitet. Dazu gehört unter anderem die Förderung von Blühstreifen zum Schutz unserer Bienen
  • den Ökologischen Landbau haben wir durch eine deutliche Aufstockung der Förderung deutlich gestärkt. Zum Beispiel kommt jedes zweite deutsche Bio-Ei inzwischen aus Niedersachsen
  • die Überdüngung unserer Felder gerade in den westniedersächsischen Landkreisen vor allem mit Gülle und Hühnerkot konnte durch mehr Transparenz und Verstärkung der Kontrollen reduziert werden
  • Niedersachsen ist dem Bündnis der gentechnikfreien Regionen beigetreten und mit der Eiweißpflanzenstrategie haben wir den Ersatz vielfach gentechnisch veränderten Sojas aus Übersee durch heimische Eiweißpflanzen auf den Weg gebracht.

Umbau der Landwirtschaft weiter vorantreiben

So soll es weiter gehen:
  • wir wollen die Förderung der Landwirtschaft  deutlich umbauen. Statt – wie bisher – einen Großteil der Agrarförderung pauschal und undifferenziert an die Fläche zu koppeln, wollen wir das Geld der Steuerzahler*innen künftig vor alle einsetzen, und zwar zur Förderung von Umwelt- und Tierschutzleistungen der Landwirtschaft sowie zur Förderung des ländlichen Raumes einsetzen.
  • die nach wie vor vielfach vorherrschende Überdüngung unserer Nutzflächen mit Stickstoff und Phosphat wollen wir stoppen und die Düngung dem Bedarf der Pflanzen anpassen
  • den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln wollen wir durch verschärfte gesetzliche Vorgaben und die Einführung einer Pestizidabgabe deutlich reduzieren. Wir setzen uns weiterhin für ein Verbot von Glyphosat ein
  • mit unserem Einsatz für die Produktion von gentechnikfreien Lebensmitteln wollen wir gemeinsam mit den Umweltverbänden und anderen Initiativen dafür sorgen, dass auch zukünftig keine gentechnisch veränderten Pflanzen in Niedersachsen angebaut werden
  • unser Ziel ist der Ausstieg aus der industriellen Massentierhaltung. Deshalb fordern wir eine Aufhebung der baurechtlichen Privilegierung auch für große Tierställe landwirtschaftlicher Betrieb
  • was bereits seit einigen Jahren für Eier gilt, fordern wir für auch für Fleisch: eine klare und leicht nachvollziehbare Kennzeichnung der Haltungsform der Tiere.
    Über die bereits bestehenden Pflicht zum Einbau von Filtern zur Reinigung der Abluft großer Schweineställe hinaus wollen wir auch den verpflichtenden Einbau von Filteranlagen in große Geflügelställe.
  • wir wollen das Dauergrünland in Niedersachsen erhalten und deshalb neben einem gesetzlichen Schutz des Dauergrünlandes die Förderung der Weidehaltung verbessern.

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1 Kommentar

  1. Artus Elias

    Es heißt „Fortschritt ist Programm“, aber das widerspricht jedem Fortschrittsgedanken: „mit unserem Einsatz für die Produktion von gentechnikfreien Lebensmitteln wollen wir gemeinsam mit den Umweltverbänden und anderen Initiativen dafür sorgen, dass auch zukünftig keine gentechnisch veränderten Pflanzen in Niedersachsen angebaut werden“

    Das widerspricht dem wissenschaftlichen Konsens. Alle wissenschaftlichen Institute auf der Welt erkennen den Einsatz von Gentechnik als sicher an, bestätigt durch tausende Studien und Untersuchungen.
    #postfaktisch

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